Bonitätsbewertungssysteme verwenden proprietäre Formeln, aber die allgemeinen Kategorien sind öffentlich bekannt: Zahlungshistorie, Kreditauslastung, Kontoalter, neue Anfragen und Kreditmix. Dieser Leitfaden erklärt jede dieser Kategorien im Detail — auf Basis der allgemein zitierten Faktoren, wie sie in der internationalen Verbraucherkreditbildung beschrieben werden, nicht auf Basis eines konkreten, offengelegten Algorithmus einer einzelnen Auskunftei.
Wichtig vorab: In Deutschland ist der bekannteste Begriff für eine solche Bewertung die Schufa-Bonitätsauskunft (oder allgemein "Score" bei anderen Auskunfteien wie CRIF Bürgel oder Creditreform Boniversum). Diese Unternehmen veröffentlichen ihre genauen Berechnungsformeln nicht vollständig — ähnlich wie FICO und VantageScore in den USA. Dieses Tool bildet daher ein allgemeines, international verbreitetes Faktorenmodell nach, nicht die spezifische Schufa-Formel, die nicht öffentlich einsehbar ist.
Ob Rechnungen und Kredite pünktlich beglichen wurden, gilt in den meisten international beschriebenen Modellen als der wichtigste Einzelfaktor, häufig mit rund 35% Gewichtung zitiert. Verspätete Zahlungen, Inkassoverfahren und Insolvenzen können sich überproportional negativ auswirken, besonders wenn sie erst kürzlich erfolgt sind. Ein einzelner Zahlungsverzug in einer ansonsten makellosen Historie wiegt tendenziell schwerer als ein weiterer Verzug in einer Akte, die bereits mehrere negative Einträge aufweist.
Dieser Faktor vergleicht Ihre Salden mit Ihren verfügbaren Limits, etwa bei Kreditkarten oder Dispokrediten, und wird häufig mit rund 30% Gewichtung zitiert. Eine niedrigere Auslastung wird in der internationalen Verbraucherkreditbildung allgemein positiver bewertet; viele Finanzbildungsangebote nennen eine Auslastung unter 30% als grobe Richtschnur, wobei die genauen Schwellenwerte innerhalb echter Bewertungsformeln nicht öffentlich sind.
Wie lange Ihre Konten bereits bestehen, einschließlich Ihres ältesten Kontos und des Durchschnittsalters aller Konten, wird häufig mit rund 15% Gewichtung zitiert. Dieser Faktor verändert sich naturgemäß langsam — er braucht schlicht Zeit, weshalb das vorschnelle Schließen alter, ungenutzter Konten diesen Faktor mittelfristig eher verschlechtern als verbessern kann.
Die Eröffnung mehrerer neuer Konten innerhalb kurzer Zeit oder mehrere Kreditanfragen können in manchen Modellen als höheres Risiko gewertet werden, häufig mit rund 10% Gewichtung für diese Kategorie insgesamt zitiert, wobei eine einzelne Anfrage typischerweise nur einen geringen Effekt hat.
Eine Mischung aus verschiedenen Kontoarten — etwa revolvierende Kredite wie Kreditkarten neben Ratenkrediten wie Autokrediten oder Hypotheken — kann positiv gewertet werden, gilt aber meist als einer der kleineren Faktoren, häufig mit rund 10% Gewichtung zitiert.
Auskunfteien wie die Schufa behandeln ihre genauen Berechnungsmethoden als Geschäftsgeheimnis — ähnlich wie FICO und VantageScore in den USA. Öffentlich bekannt ist meist nur die grobe Struktur: die oben genannten Faktorkategorien und ihre ungefähre relative Bedeutung. Genau darauf baut dieses Tool auf, ohne den Anspruch zu erheben, die tatsächliche Formel einer bestimmten Auskunftei nachzubilden.
Angenommen, jemand gibt Folgendes ein: 95% pünktliche Zahlungen, 30% Kreditauslastung, 5 Jahre durchschnittliches Kontoalter, 1 neue Anfrage und einen Kreditmix-Wert von 3. Nach der oben beschriebenen Gewichtung ergibt sich ein illustrativer Bereich, der in etwa in der Mitte der 300-850-Skala liegt, die sowohl von FICO als auch von VantageScore verwendet wird — eine international bekannte Konvention, aber keine, die von der Schufa selbst verwendet wird, deren Bewertungssystem anders aufgebaut ist und nicht öffentlich in vollem Umfang beschrieben wird. Der Simulator dient hier ausschließlich der Veranschaulichung, welche Richtung eine Änderung typischerweise nimmt, nicht der Vorhersage eines konkreten Schufa-Scores.
"Ein geschlossenes Konto verbessert automatisch meine Bonität." Das Gegenteil ist häufig der Fall: Das Schließen eines alten, ungenutzten Kontos verringert Ihren insgesamt verfügbaren Kreditrahmen, was bei gleichbleibenden Salden Ihre Auslastung erhöhen kann. Zusätzlich verkürzt sich langfristig das durchschnittliche Kontoalter, sobald das geschlossene Konto aus der Historie herausfällt.
"Eine einzelne Anfrage schadet massiv." Eine einzelne Kreditanfrage hat in den meisten Modellen nur einen geringen, vorübergehenden Effekt. Problematisch wird es eher bei mehreren Anfragen in kurzer Zeit, was auf ein höheres Risiko hindeuten kann.
"Einkommen und Wohnort fließen direkt in die Bewertung ein." In den international beschriebenen Faktorkategorien oben spielen Einkommen, Beschäftigungsstatus oder Wohnort keine direkte Rolle — auch wenn Kreditgeber diese Informationen separat bei der eigentlichen Kreditentscheidung berücksichtigen können.
Dieses Tool greift auf keine echten Auskunfteidaten zu und kann daher keine reale Schufa- oder sonstige Bonitätsauskunft vorhersagen. Es berücksichtigt auch nicht alle Details, die eine echte Auskunftei einbeziehen könnte, etwa die genaue Art und das Alter negativer Einträge, die Gesamthöhe bestehender Schulden unabhängig von der Auslastungsquote, oder branchenspezifische Bewertungsvarianten, die manche Kreditgeber zusätzlich zur allgemeinen Auskunft heranziehen. Wer seine tatsächliche Bonität kennen möchte, sollte eine kostenlose Selbstauskunft direkt bei der jeweiligen Auskunftei anfordern, worauf in Deutschland ein gesetzlicher Anspruch besteht. Nur diese offizielle Selbstauskunft zeigt, welche Daten tatsächlich über Sie gespeichert sind und wie diese sich auf Ihre reale Bewertung auswirken — ein Simulator wie dieser kann diesen Schritt lediglich vorbereiten, nicht ersetzen.